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Vaktijdschrift BALANCE•  Tanz und Poesie

Heft 2/2009

Tanz und Poesie

 


Ein Augenblick Ewigkeit
Vergänglichkeit und Ewigkeit in Tanz und Lyrik

Auszug aus dem Artikel von Maike Bauer


…Und so wie jeder Betrachter des Tanzes nur das darin erblicken kann, was seiner eigenen Reife entspricht, so gibt auch ein Gedicht häufig nur das preis, was dem „Reifestadium“ des Lesers entspricht. Vielleicht liegt darin einer der Gründe, weshalb Gedichte und Tanz uns ein ganzes Leben begleiten können, ohne ihrer überdrüssig zu werden. Wir können sie immer wieder lesen/tanzen, ohne ihrer müde zu werden, da sie in jeder Phase des Lebens eine andere Bedeutung gewinnen. Denn immer ist es die innere Bewegung, die die äußere bestimmt. Das wussten auch schon die „alten“ Chinesen, und was für die Poesie gilt, gilt ebenso für den Tanz:

"Poesie ist das, wohin die innere Spannung des Herzens führt: Was im Herz-Geist diese Gespanntheit ist, wird zu Poesie, wenn es in Worten zum Ausdruck gebracht wird. Ein Gefühl bewegt sich im Inneren und nimmt Form an in Worten" (aus dem Vorwort zum „Buch der Lieder“, der ersten chinesischen Gedichtsammlung).Tanz ist das, wohin die innere Spannung des Herzens führt – wäre eine schöne Abwandlung dieses Zitats.

Und so möge statt vieler weiterer prosaischer Worte der Aufruf des „alten“ Rabbi in unseren Herzen erklingen und die innere Spannung in Tanz verwandeln:

Tanz!
Klatsch in die Hände!
Lass die Melodie aufsteigen!
Lass die Gegenwart aufbrechen!
Entdecke das Wunder der
Morgendämmerung,
das die Schwärze der Nacht
durchbricht.
Lass die Buchstaben tanzen,
die in die entfernten Konsonanten
verliebten Vokale.
Lass die Worte tanzen,
damit sie zu Vögeln werden.
Schaffe den frohen Gesang der
Heilung,
den kostbaren Gesang der Erlösung.
So wirst du dich
an deine Zukunft erinnern…


Rabbi Nahman von Breslau

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