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Vaktijdschrift BALANCE•  Begegnung

Heft 1/2006

Begegnung


„Die Tanzsprache - eine Chance zur Begegnung mit unseren Wurzeln“

Auszug aus dem Artikel von Hennie Konings

 
...In der russischen Folklore existieren noch sehr viele Tanzbeispiele aus der Zeit der Bauerngemeinschaften, die Landbau betrieben und dazu die Naturkräfte und - geister einbezogen. In den Tänzen konnte auch die Verehrung der Mutter Erde zum Ausdruck kommen oder sie dienten einem anderen mystischen Ziel. Die frühen russischen Stämme, die noch in Einklang mit der Natur waren und sich selbst als Teil der Natur erlebten, verstanden die Sprache der Bewegung, und dieses Prinzip äußerte sich bei ihnen in getanzten Formen. Worte wären dafür unzureichend gewesen...

...Alte überlieferte russische Tanzformen, die Beispiele von religiösen Äußerungen einer vorchristlichen Periode sind, können uns heute faszinieren, aber nicht mehr die Funktion erfüllen, der sie ursprünglich dienten. Jedoch können uns diese Tänze etwas lehren. Durch die Form können wir mit etwas in Kontakt kommen, das für uns von Bedeutung ist. Es kann sein, dass man die kosmische Bewegung erfährt und fühlt, dass man ein Teil davon ist. Sie können den Gemeinschaftssinn stärken oder man fühlt die Verbundenheit mit der Erde. Wenn man sich mit russischen Tänzen beschäftigt und bereit ist, etwas tiefer zu gehen als oberflächlich die Form die konsumieren, kann man den ursprünglichen Inhalten der alten traditionellen Tänze begegnen... Solche Tänze bekommt man allerdings mit allgemeiner Basiskenntnis von internationalen Folkloretänzen an einem Wochenende nicht in die Füße. Die Begegnung mit einem unbekannten Aspekt im Tanz verursacht schnell Unsicherheit und das kann den Energiefluss hemmen. Dies wiederum geht auf Kosten des Tanzerlebens. Beim Tanzen muss die Energie bewusst gesteuert werden. Sie muss frei werden oder sich nach innen richten. Erst dann funktioniert Tanz befriedigend.

Die Form mehr oder weniger korrekt nachzumachen, bringt das Erleben nicht näher und das Erspüren des Inhalts solcher Tänze bleibt eine Illusion. Man könnte es mit einem Amazonas-Indianer vergleichen, der das deutsche Vaterunser auswendig lernt. Er käme auch nicht weiter, als die ihm fremden Klänge so gut wie möglich nachzuahmen. Allerdings hätte er weniger Mühe damit, sein spirituelles Erleben mit der Sprache des Tanzes zum Ausdruck zu bringen. Wir können viel von ihm lernen.

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